Tagesschau.de und der Bundestrojaner

Tagesschau.de Bundestrojanerartikel?ber die Remote Forensic Software den Bundestrojaner kann man ja geteilter Meinung sein. Einerseits ist es natürlich super, wenn man Kriminellen auf die Finger klopfen kann. Andererseits ist die Gefahr sehr gro?, dass, sobald sich dieses Werkzeug erst einmal etabliert hat, es sehr einfach mi?braucht werden kann. Zehn Fälle im Jahr sollen es maximal sein, für die der Trojaner gebraucht würde. Ein Richter muss der Untersuchung auch zustimmen. So war zumindest bis dato der Tenor. Irgendwie hat Schäuble sich aber von dieser Idee losgerissen und will den „Gefahr-in-Verzug-Artikel“ auch auf den Trojaner anwenden. Drei Tage lang soll einfach mal so überwacht werden, wenn man böse Vermutungen hat. Wenn bis dahin nichts gefunden wurde, muss entweder abgebrochen werden, oder ein richterlicher Beschluss eingeholt werden.

Wie dem auch sei. Die Tagesschau kann sich zumindest in den Feed-Teasern nicht so ganz entscheiden wie sie über den Trojaner berichten will und hat für verschiedene ?berschriften den gleichen Teaser innerhalb kurzer Zeit mehrfach verwendet:

  1. Wie funktioniert der Bundestrojaner?
  2. Taugt der Bundestrojaner als Beweis vor Gericht?
  3. Was hilft gegen den Bundestrojaner?

Zuerst wird sich also dafür interessiert, wie das Teil überhaupt überwachen soll. Dann wird gefragt, ob der Trojaner ein legitimes Beweismittel ist und zu guter Letzt, wie man sich dagegen wehren kann.

Genau so wünsche ich mir, dass die Diskussion zu dieser Thematik abläuft. Vielen Dank, Tagesschau!

Im übrigen bin ich der Meinung, dass 1000 Piraten 1000 Reporter entern sollten.

4 Antworten auf “Tagesschau.de und der Bundestrojaner”


  1. 1 Navigator 3. Sep 2007 um 22:54

    Wird dann Schäuble auch mit allen Anti-Virensoftware Herstellern verhandlen, dass sie Ausnahmen für seinen Virus in ihre Software einbauen? Und wie will er sicherstellen das sein Virus dann nicht als Vehikel für andere (gefährlichere) Viren verwendet wird? Und wenn das alles soo einfach ginge wie Schäuble sich dass vorstellt, warum hat dann die US Homeland Security so etwas nicht schon längst 😉
    Traurig wo die Politik angekommen ist.

  2. 2 EisFrei 4. Sep 2007 um 09:49

    Die Antivirhersteller haben schon gesagt, dass sie sich nicht drauf einlassen werden, au?er sie werden gesetzlich dazu gezwungen. Aber wenn der Trojaner nicht durch eine Heuristik auffällt wird es schwierig ihn zu entdecken, da er für jeden Einsatz modifiziert werden soll und sich somit auch der Fingerprint ändert.
    Geschickt eingesetzt wird er also verborgen bleiben.
    Die Problematik, dass andere Viren sich die Routinen des Bundestrojaners zu nutze machen ist natürlich auch nicht wirklich unwahrscheinlich.

    Das DHS hat ähnliche Tools bereits im Einsatz. Und auch in Sachen direkter Netzüberwachung sind sie weit voraus…

    Traurig. In der Tat.

  3. 3 DerChef 4. Sep 2007 um 19:59

    Der Schäuble läuft so derma?en an der Realität vorbei…
    Als er vor kurzem die Waffengesetze lockern wollte, dachte ich auch nur im ersten Augenblick das es gegen seine bisherige Politik sei.

    Wenn man das ganze jedoch aus seiner Perspektive sieht, würde es durchaus Sinn machen.
    Weil wenn man die Waffengesetze lockert, könnte es ja möglicherweise (hoffentlich?) „eher/leichter“ zu einem neuen Amoklauf führen.

    Und dieser wäre ein weiterer „Grund“ Freiheitsrechte einzuschränken.

    Toll das wenigstens bei diesem Vorsto? von Schäuble Protest kam, schade das er nur bei solchen Themen so vehemment ist und bei anderen ebenfalls sehr sehr wichtigen eher halbherzig.

    S|ch*ä:u_bleeä und Mährckehl und Konsorten eine Bedrohung für die Demokratie!!!

  4. 4 Navigator 4. Sep 2007 um 23:30

    Und weil die ?sterreicher jeden Blödsinn nachmachen müssen, beginnt die gleiche Diskussion jetzt auch noch bei uns.

hinterlass 'ne Antwort